Aktualisiert am 22.10.2026 · Redaktion Energieausweis-Preise.at · Quellen am Ende des Artikels
Ein österreichischer Energieausweis hat mehrere Seiten voller Abkürzungen. Für die meisten Entscheidungen reichen drei Zahlen auf Seite 1. Hier erklären wir den Aufbau Seite für Seite – und worauf Sie achten sollten, wenn Sie kaufen oder mieten.
Das Formular ist in der OIB-Richtlinie 6 festgelegt und in ganz Österreich gleich aufgebaut:
| Teil | Inhalt |
|---|---|
| Seite 1 | Gebäudedaten, Effizienzskala mit Klassen, die wichtigsten Kennwerte, Aussteller, Ausstellungsdatum, gültig bis |
| Seite 2 | Gebäudekenndaten (Flächen, Volumen, Kompaktheit), Klimadaten, detaillierte Wärme- und Energiebilanz |
| Anhang | Empfehlungen zur Verbesserung, Bauteilliste mit U-Werten, Haustechnik, Angaben zur Berechnung |
HWB – Heizwärmebedarf (kWh/m²a). Wie viel Wärme das Gebäude braucht, um warm zu bleiben. Er hängt nur von der Gebäudehülle ab. Der wichtigste Wert für den Vergleich von Häusern und Wohnungen. Ausführlich: HWB-Wert.
EEB – Endenergiebedarf (kWh/m²a). Die Energie, die Sie tatsächlich einkaufen: für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Haushaltsstrom, abzüglich dessen, was etwa eine Photovoltaikanlage am Haus erzeugt. Im neuen Ausweisformat ist der EEB der Hauptwert, und seine Klasse ist die Gesamtenergieeffizienzklasse.
fGEE – Gesamtenergieeffizienz-Faktor. Nur auf Ausweisen im bisherigen Format: das Verhältnis zum Referenzgebäude von 2007, unter 1 ist besser. Ausführlich: fGEE-Wert.
PEB – Primärenergiebedarf (kWh/m²a). Der EEB plus die Verluste, die bei Gewinnung, Umwandlung und Transport der Energie entstehen. Er wird in einen erneuerbaren und einen nicht erneuerbaren Anteil geteilt. Ein hoher nicht erneuerbarer Anteil spricht für eine fossile Heizung.
CO2eq (kg/m²a). Die Treibhausgasemissionen, die dem Energiebedarf zuzurechnen sind.
Klassen. Die Buchstaben auf der farbigen Skala. Im bisherigen Format gibt es A++ bis G für HWB, PEB, CO2 und fGEE, im neuen Format A bis G mit dem Zusatz „fossil“ bei Gas-, Öl- und nicht erneuerbarer Fernwärme-Heizung. Alle Grenzen: Energieklassen.
Gültig bis. Ein Energieausweis gilt höchstens 10 Jahre. Für Verkauf und Vermietung darf er bei der Vorlage nicht älter sein. Mehr: Gültigkeit.
Wichtig: Alle Werte gelten für ein normiertes Nutzerverhalten. Der österreichische Energieausweis ist ein Bedarfsausweis, kein Verbrauchsausweis – Ihr tatsächlicher Verbrauch kann deutlich abweichen.
Im Anhang listet der Aussteller die Bauteile mit ihren U-Werten auf. Der U-Wert in W/m²K zeigt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht – je kleiner, desto besser. Ein altes Holzfenster liegt deutlich über einem modernen Dreifachglas-Fenster, eine ungedämmte Ziegelwand über einer gedämmten.
Pflichtteil sind die Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz: welche Maßnahmen – Dämmung, Fenstertausch, Heizungstausch – die Werte am meisten senken würden. Für Käufer ist dieser Teil oft der nützlichste.
Das amtliche Formular ist Teil der OIB-Richtlinie 6, die die Länder in ihren Bauvorschriften kundmachen. Ein Muster des neuen Formats findet sich etwa als Anlage zur Tiroler Bautechnikverordnung 2026 im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS). Ausweise im bisherigen Format folgen der Ausgabe 2019 der Richtlinie.
Die Werte im vorgelegten Ausweis gelten als vereinbarte Eigenschaft des Kaufobjekts. Was Käufer sonst beachten sollten: Energieausweis beim Hauskauf.
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Für die Gebäudehülle der HWB, für die Gesamteffizienz einschließlich Heizung der EEB oder bei älteren Ausweisen der fGEE.
Der HWB beschreibt nur die Wärmeverluste der Gebäudehülle. Der EEB bezieht auch Heizsystem, Warmwasser, Lüftung, Haushaltsstrom und eigene Erzeugung wie Photovoltaik ein.
Den Primärenergiebedarf: den Endenergiebedarf plus die Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport der Energie, aufgeteilt in erneuerbar und nicht erneuerbar.
Das Formular ist Teil der OIB-Richtlinie 6. Ein Muster des neuen Formats steht als Anlage zur Tiroler Bautechnikverordnung 2026 im RIS.
Weil die Berechnung die Brutto-Grundfläche verwendet, also die beheizte Fläche einschließlich der Wände. Sie ist etwa ein Viertel größer als die Wohnfläche.