Energieklassen beim Energieausweis: A++ bis G und die neue Skala

Die farbige Skala auf Seite 1 des Energieausweises ordnet ein Gebäude in eine Energieklasse ein. In Österreich gibt es derzeit zwei Skalen nebeneinander: die bisherige von A++ bis G und die neue von A bis G. Hier finden Sie beide Tabellen und erfahren, wie Sie Inserate richtig vergleichen.

Kurz gesagt

  • Bisherige Skala: A++ bis G, eigene Klassen für HWB, PEB, CO2 und fGEE.
  • Neue Skala seit 2025: A bis G, Hauptwert ist der Endenergiebedarf (EEB). Gilt bisher in Wien und Tirol.
  • Fossil beheizte Gebäude tragen in der neuen Skala den Zusatz „fossil“ und können Klasse A nicht erreichen.
  • Die neue Skala ist strenger: Dieselbe Wohnung kann von C auf E rutschen.

Die bisherige Skala: A++ bis G

Ausweise nach der OIB-Richtlinie 6, Ausgabe 2019, zeigen für vier Werte je eine eigene Klasse. Die meisten Ausweise in Österreich sehen so aus.

Klasse HWB_Ref,SK (kWh/m²a) PEB_SK (kWh/m²a) CO2eq,SK (kg/m²a) fGEE,SK
A++ bis 10 bis 60 bis 8 bis 0,55
A+ bis 15 bis 70 bis 10 bis 0,70
A bis 25 bis 80 bis 15 bis 0,85
B bis 50 bis 160 bis 30 bis 1,00
C bis 100 bis 220 bis 40 bis 1,75
D bis 150 bis 280 bis 50 bis 2,50
E bis 200 bis 340 bis 60 bis 3,25
F bis 250 bis 400 bis 70 bis 4,00
G über 250 über 400 über 70 über 4,00

Im Inserat genannt werden HWB und fGEE – die Klasse wird oft freiwillig dazugeschrieben. Was die Werte bedeuten: HWB-Wert und fGEE-Wert.

Die neue Skala: A bis G

Die OIB-Richtlinie 6, Ausgabe September 2025, setzt die EU-Gebäuderichtlinie 2024/1275 um. Sie kennt nur noch sieben Klassen von A bis G. Der wichtigste Wert ist jetzt der Endenergiebedarf (EEB); die Klasse des EEB ist die Gesamtenergieeffizienzklasse. Der HWB wird auf derselben Skala eingeordnet.

Klasse HWB_Ref,SK (kWh/m²a) EEB_SK (kWh/m²a)
A bis 40 bis 90
B über 40 bis 60 über 90 bis 110
C über 60 bis 75 über 110 bis 125
D über 75 bis 85 über 125 bis 140
E über 85 bis 100 über 140 bis 155
F über 100 bis 120 über 155 bis 175
G über 120 über 175

Neue Rechenannahme: Die Ausgabe 2025 rechnet mit 20 statt 22 °C Innentemperatur. Der HWB fällt dadurch laut Wirtschaftsministerium um rund 12 % niedriger aus – gleichzeitig sind die Klassengrenzen enger. Alte und neue Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Neu ist die Kennzeichnung „fossil“. Wird ein Gebäude mit Gas, Öl oder nicht erneuerbarer Fernwärme beheizt, steht neben der Klasse der Zusatz „fossil“, etwa „C fossil“. Diese Gebäude können Klasse A nicht erreichen – auch wenn sie sehr gut gedämmt sind. Als nicht fossil gelten Biomasse, erneuerbare Fernwärme, Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung und Strom, also etwa die Wärmepumpe.

Ab einer Klasse schlechter als C enthält der neue Ausweis den Hinweis, eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Wo es die gibt, steht unter Energieberatung in Österreich.

Wo gilt welche Skala?

Bundesland Neue Ausweise (Stand 22.10.2026)
Wien neues Format A bis G, seit 15. Juli 2026
Tirol neues Format A bis G, seit Juli 2026
Niederösterreich, Kärnten bisherige Skala A++ bis G (OIB-Richtlinie 6, Ausgabe 2023 – gleiche Klassen wie 2019)
Steiermark, Oberösterreich, Vorarlberg, Burgenland bisherige Skala A++ bis G (Ausgabe 2019)
Salzburg bisherige Skala (Ausgabe 2015 mit Abweichungen)

Bestehende Ausweise bleiben 10 Jahre ab Ausstellung gültig, egal in welchem Format. Ein Wechsel ist nicht nötig, nur weil sich die Skala geändert hat. Alles zur Rechtslage: EAVG erklärt.

Inserate richtig vergleichen

  1. Prüfen Sie, welche Skala gemeint ist. Steht im Inserat ein fGEE, ist es die bisherige Skala. Steht ein EEB, ist es die neue.
  2. Vergleichen Sie Klassen nur innerhalb derselben Skala. Eine „C“ alt (HWB bis 100) ist etwas ganz anderes als eine „C“ neu (HWB bis 75).
  3. Schauen Sie auf die Zahl, nicht nur auf den Buchstaben. Der HWB in kWh/m²a ist in beiden Skalen gleich berechnet und deshalb der beste Vergleichswert für die Gebäudehülle.
  4. Achten Sie auf „fossil“. Eine fossile Heizung bedeutet, dass ein Heizungstausch in den nächsten Jahren wahrscheinlich ansteht.

Welche Energieklasse hat ein typisches Haus?

Das hängt vor allem vom Baujahr und vom Sanierungsstand ab. Grob gilt für die bisherige HWB-Skala: Neubauten der letzten Jahre erreichen A oder B, gut sanierte Altbauten B oder C, unsanierte Häuser aus der Nachkriegszeit liegen oft bei D bis F. Bei Wohnungen in größeren Mehrparteienhäusern sind die Werte meist besser als bei frei stehenden Häusern gleichen Alters.

Achtung bei deutschen Angaben

In Deutschland gilt eine andere Skala: Sie reicht von A+ bis H und bezieht sich auf den Endenergiebedarf, nicht auf den Heizwärmebedarf. Ratgeber und Rechner aus Deutschland lassen sich deshalb nicht auf österreichische Ausweise übertragen.

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Häufige Fragen

Welche Energieklasse ist gut?

In der bisherigen Skala gelten A++ bis B als gut, C als mittel und ab D als schlecht. In der neuen, strengeren Skala ist schon B ein guter Wert, A erreichen fast nur Neubauten ohne fossile Heizung.

Was bedeutet „C fossil“ im Energieausweis?

Das Gebäude liegt in Klasse C und wird mit einem fossilen Energieträger beheizt, etwa Gas oder Öl. Fossil beheizte Gebäude können Klasse A nicht erreichen.

Gibt es A+ und A++ noch?

Nur auf Ausweisen im bisherigen Format. Die neue Skala reicht von A bis G.

Welche Klasse muss ins Inserat?

Seit 1. Juli 2026 die Gesamtenergieeffizienzklasse, also die Klasse des Endenergiebedarfs, zusammen mit HWB und EEB. Bei Ausweisen im bisherigen Format genügen HWB und fGEE.

Wie verbessere ich die Energieklasse meines Hauses?

Die HWB-Klasse verbessern Sie über die Gebäudehülle: Dämmung von Fassade, Dach und Kellerdecke, neue Fenster. Die Gesamtenergieeffizienzklasse verbessert sich zusätzlich durch eine effiziente, erneuerbare Heizung und eine Photovoltaikanlage.

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