Aktualisiert am 22.10.2026 · Redaktion Energieausweis-Preise.at · Quellen am Ende des Artikels
Der HWB-Wert ist die bekannteste Zahl im österreichischen Energieausweis. Er steht in jedem Immobilieninserat und sagt, wie viel Wärme ein Gebäude pro Quadratmeter und Jahr braucht. Hier erfahren Sie, wie Sie den Wert lesen, welcher HWB gut ist und was er für Ihre Heizkosten bedeutet.
Kurz gesagt
- HWB = Heizwärmebedarf, angegeben in kWh pro m² und Jahr (kWh/m²a).
- Er zeigt die Qualität der Gebäudehülle: Wände, Dach, Fenster, Keller.
- Je kleiner, desto besser. Unter 50 kWh/m²a ist gut, über 150 deutet auf Sanierungsbedarf.
- Der HWB muss in jedem Verkaufs- und Mietinserat stehen.
HWB steht für Heizwärmebedarf. Er gibt an, wie viel Wärme den Räumen zugeführt werden muss, damit sie während der Heizsaison die normierte Innentemperatur halten. Die Heizung selbst, Warmwasser und Strom spielen dabei keine Rolle.
Deshalb ist der HWB ein reiner Kennwert für die Gebäudehülle: Ein gut gedämmtes Haus mit dichten Fenstern verliert wenig Wärme und hat einen niedrigen HWB – egal, ob es mit Gas, Pellets oder Wärmepumpe beheizt wird. Wie effizient die Heizung arbeitet, zeigt ein anderer Wert, der Endenergiebedarf (EEB).
Die Einheit ist kWh/m²a: Kilowattstunden pro Quadratmeter Brutto-Grundfläche und Jahr. Die Brutto-Grundfläche (BGF) umfasst auch die Wände und ist rund ein Viertel größer als die Wohnfläche.
Auf dem Energieausweis stehen mehrere HWB-Varianten. Für Käufer, Mieter und Inserate zählt eine:
| Abkürzung | Bedeutung | Wofür |
|---|---|---|
| HWB_Ref,SK | Referenz-Heizwärmebedarf am Standortklima | Das ist „der HWB“ im Inserat und die Grundlage der Effizienzklasse |
| HWB_SK | Heizwärmebedarf am Standortklima mit der tatsächlichen Lüftung | technischer Detailwert |
| HWB_Ref,RK | Referenz-Heizwärmebedarf am Referenzklima | macht Gebäude an verschiedenen Orten vergleichbar, etwa bei Förderungen |
SK heißt Standortklima: Gerechnet wird mit dem Klima am Ort des Gebäudes. Dasselbe Haus hat deshalb in Innsbruck einen anderen HWB als in Wien. RK heißt Referenzklima: ein einheitliches Rechenklima für ganz Österreich.
Der HWB wird auf einer Skala von A bis G eingeordnet. Es gibt derzeit zwei Skalen, weil die neue OIB-Richtlinie 6 (Ausgabe September 2025) erst in Wien und Tirol gilt.
Bisherige Skala (OIB-Richtlinie 6, Ausgabe 2019 – die meisten Ausweise in Österreich)
| Klasse | HWB_Ref,SK bis | Einordnung |
|---|---|---|
| A++ | 10 kWh/m²a | Passivhausniveau |
| A+ | 15 kWh/m²a | sehr effizient |
| A | 25 kWh/m²a | sehr effizient |
| B | 50 kWh/m²a | gut |
| C | 100 kWh/m²a | mittel |
| D | 150 kWh/m²a | mäßig |
| E | 200 kWh/m²a | schlecht |
| F | 250 kWh/m²a | schlecht |
| G | über 250 kWh/m²a | sehr schlecht |
Neue Skala (OIB-Richtlinie 6, Ausgabe September 2025 – Wien und Tirol seit Juli 2026)
| Klasse | HWB_Ref,SK |
|---|---|
| A | bis 40 kWh/m²a |
| B | über 40 bis 60 |
| C | über 60 bis 75 |
| D | über 75 bis 85 |
| E | über 85 bis 100 |
| F | über 100 bis 120 |
| G | über 120 |
Die neue Skala ist deutlich strenger. Zusätzlich rechnet sie mit 20 statt 22 °C Innentemperatur, wodurch der HWB-Wert selbst um rund 12 % niedriger ausfällt. Ein Haus mit 95 kWh/m²a war bisher Klasse C, im neuen Format ist es Klasse E – ohne dass sich am Gebäude etwas geändert hat. Vergleichen Sie Inserate deshalb immer innerhalb derselben Skala. Mehr dazu: Energieklassen erklärt.
Bei Wohnungen in Mehrparteienhäusern liegt der HWB oft niedriger als bei frei stehenden Häusern gleichen Alters, weil Nachbarwohnungen Wärme abgeben und weniger Außenwand vorhanden ist.
Der HWB nennt keine Euro-Beträge, aber Sie können die Größenordnung abschätzen:
Warmwasser kommt noch dazu. Das Ergebnis ist ein Richtwert: Wie warm Sie heizen und wie oft Sie lüften, verändert den tatsächlichen Verbrauch stark. Für Ihre eigenen Zahlen nutzen Sie den HWB-Rechner.
Früher sprach man in Österreich oft von der Energiekennzahl (EKZ). Gemeint war in der Regel der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter. In älteren Förderrichtlinien und Bauunterlagen taucht der Begriff noch auf. Heute verwenden Energieausweis und Gesetz den Begriff HWB.
Auf Seite 1 oben, gemeinsam mit der Effizienzklasse. Bei Ausweisen im bisherigen Format steht daneben der fGEE, im neuen Format der Endenergiebedarf (EEB). Seite 2 enthält die Detailwerte wie HWB_SK und die Flächen. Eine Erklärung aller Felder finden Sie unter Energieausweis lesen.
Wer verkauft oder vermietet, muss den HWB im Inserat angeben – seit 1. Juli 2026 zusammen mit dem Endenergiebedarf samt Klasse, bei älteren Ausweisen zusammen mit dem fGEE. Fehlt die Angabe, drohen bis zu 1.450 € Strafe. Details: EAVG erklärt.
Sie brauchen einen Energieausweis? Eine Wohnung gibt es online ab rund 60 €, ein Haus ab rund 108 €. Alle Preise im Vergleich.
HWB steht für Heizwärmebedarf. Er gibt in kWh pro m² und Jahr an, wie viel Wärme nötig ist, um das Gebäude warm zu halten. Er beschreibt die Qualität von Wänden, Dach, Fenstern und Boden.
Unter 50 kWh/m²a gilt als gut, unter 25 als sehr gut. Werte über 150 kWh/m²a deuten auf hohe Heizkosten und Sanierungsbedarf hin.
Ein niedriger. Je kleiner der HWB, desto weniger Wärme verliert das Gebäude.
Unsanierte Altbauten liegen meist in den Klassen D bis G der bisherigen Skala. Nach einer Sanierung mit Dämmung und neuen Fenstern sind oft B oder C möglich.
Weil die Klassengrenzen der OIB-Richtlinie 6 aus 2025 strenger sind. Klasse C endet dort schon bei 75 statt bei 100 kWh/m²a.
Nein, auf die Brutto-Grundfläche. Sie ist größer als die Wohnfläche, weil sie auch Wände einschließt.